Sonntag, 28. Juni 2020

Die Raupe - Tag 663



Bild von wal_172619 auf Pixabay 
Heute wachte ich aus einem Traum auf, indem ich in einer Prüfungs-situation nicht genug Zeit hatte die Aufgabe effektiv zu erledigen und – rückblickend – waren um mich herum viele “Ablenkungen”, genauer gesagt andere Studenten/Menschen, die ich resonant als Ablenkung wahrnahm. In dem Traum sollte ich ein bestimmtes Experiment in einer bestimmten Zeit mit einem bestimmten Soll-Ergebnis fertig stellen. Der Traum erinnerte mich sehr an die Abschlussprüfung meiner Ausbildung. Auch dort hatte ich eine dauernde Erfahrung von “Stress/Angst, Druck und Fokus” obwohl ich diese Emotionen damals relativ unterdrückte und oberflächlich die Erfahrung hatte “alles in Kontrolle zu haben”. Die Hauptenergie/Erfahrung ist “Mir läuft die Zeit davon” “Ich habe nicht genug Zeit es zu schaffen”, und darin ist dann eine Erfahrung von WIEDERSTAND, ein frühzeitiges “Aufgeben”, ein frühzeitige Relaxation und eine Erfahrung von “Is mir doch egal – ach leck mich doch am Arsch” und paradoxerweise eine Erfahrung/Energie von “Freiheit”, dass wenn ich es nicht schaffe, dann scheiß ich einfach drauf...


Das ist sehr interessant, denn nach dem aufstehen, bei meinem Morgenspaziergang reflektierten Gedanken/Projektionen die in mir aufkamen diese Erfahrung von “Mir läuft die Zeit davon”, ich dachte an ein Expose, dass ich abgeben, bestimmte Dinge die ich arrangieren muss damit ich in meinem Studium/Beruf voranschreiten kann – und da ist die selbe unterliegende Energie von Stress, Panik, GETRIEBEN SEIN, “Aufmerksamkeit wollen”, Stolz und WICHTIGKEIT...wie in dem Traum UND das selbe Backdoor, noch nicht “relevant” also Teil meines “Wachbewusstseins/Conscious Mind” aber ES IST DA. Manchmal wenn es “zu viel Stress/Anstrengung” ist und ich mich überfordert fühle, kommen die Gedanken/Projektionen auf “Ok, wenn du es nicht schaffst – wenn es nicht klappt, dann scheiß darauf...dann mach ich was anders – gibt mir eh mehr Geld”. Ich tue so als sei ich das Opfer/machtlos, derweil bin ich derjenige der mir die Erfahrungen (von Überforderung und Stress) aufbürdet. Das ganze scheint wie ein Trick, eine “Angst-Projektion” die ich kreiere um mich selbst anzuspornen.

Ich sah/sehe, wie diese Angst/Erfahrung “Mir läuft die Zeit davon” und “ich weiß nicht ob ich das in dieser Zeit schaffe”, in das Muster hineinspielt, dass ich “meine Welt klein halte”, denn in meinem Bewusstseinserfahrung scheint es so gerechtfertigt und “der einzige Weg “mich total aufs Studium/meine Arbeit zu fokussieren” und eine Angst/Panik kommt in mir auf, wenn ich daran denke diese Sachen auch nur “für einem Moment loszulassen”, was dann in Wirklichkeit dazu beiträgt, dass ich einseitig bin und agiere und keine “Balance/keinen Ausgleich” habe und mich tatsächlich darin sabotiert/beeinträchtigt was ich tue/tuen will, weil sich die Stresse, Sorgen, Projektionen etc. mehr und mehr ansammeln und zu einem Fokus in Bewusstsein werden wenn sie, in Wirklichkeit, gar nicht da sein müssten.

Eine weitere Dimension öffnet sich in der Erfahrung, dass es “richtig” und “der einzige Weg sei” mich voll und ganz auf das Studium/den Beruf zu fokussieren, denn diese Vorstellung ist in meinem Bewusstsein mit einer (starken) positiven Wertung belegt (this is my “Meaning”/Bedeutend, meine “Bedeutung in dieser Welt”, meine “Möglichkeit etwas zu bedeuten” in dieser Welt” was wiederum in einer Polarität steht zur Erfahrung/Angst bedeutungslos zu sein. Diesen Punkt habe ich über die letzten Jahre aufgebaut und braucht an sich nur eine “keine Neu-Ausrichtung”, denn die “Bedeutung in dieser Welt”, impliziert eine Fokussierung auf “Andere”, “nach Außen”, wenn es in Wirklichkeit darum geht was ich mir selbst bedeute/welchen Wert ich für mich selbst habe, mir gebe. Dieser Punkt schreit nach einem weiteren Blog!!

Die Lösung und eine bessere Herangehensweise wurde mir kurze Zeit später von einer Raupe gezeigt. Auf dem Heimweg, sah ich eine relativ kleine grüne Raupe “frei schwebend” in der Luft hängen, eben weil sie so “frei in der Luft schwebte”, ohne sichtbaren Halt, fing sie meinen Blick ein, ich blieb stehen und beobachtete sie genauer. Ich schaute auf und sah, dass der Baum/Ast an dem sie hing, locker 15-20 Meter hoch war und ich war erstaunt über den “Mut” und das Vertrauen dieser kleinen Raupe, darüber dass sie sich einfach, nur an ihrem dünne Faden so weit runter lässt offensichtlich ohne Angst zu fallen oder Bedenken dass sie es nicht schaffen könnte, lol, wieder zurück/hoch zu bewegen, oder dass da kein Boden sein könnte lol. IN dem Moment, als ich dies dachte, find die Raupe an sich nach Oben zu ziehen, langsam aber stetig, eine Krümmung ihres vergleichsweise zierlichen Körpers nach dem anderen...und egal wie lang dies dauern sollte, oder was in der Zwischenzeit passieren könnte, wird sie sich hochziehen, bis sie am Ende ihres Fadens angekommen ist.

Natürlich kann man nicht wissen, was die Zukunft bringt, welche Wendungen sich auftun werden, aber dies ist weder Grund im Vorfeld möglicher Hindernisse oder unerwarteter Situationen Erfahrungen von Angst und Panik zu erzeugen, oder den Weg überhaupt nicht anzutreten.


Einheit und Gleichheit als Leben

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