Mittwoch, 17. September 2014

Selbst-Gerechtigkeit als Ego Teil 1 - Tag 571


So, heute gehe ich etwas zurück und doch weiter hinein in Punkte die ich in früheren Blogs bereits angeschnitten habe. Es geht darum dass ich in Konversationen und Kommunikation „immer Recht behalten/haben will“ und ein Muster auslebe in dem ich immer „das letzte Wort“ habe, sei es auch noch so „dumm“ beziehungsweise unnötig.



Hier sehe ich auch den Punkt der dazu beiträgt, dass ich in eine eifrige/fiebrige Unruhe und Angst gehe die mich dazu „treibt noch irgendetwas zu sagen“. Es ist ein Muster in dem ich mit einer Person oder Gruppe von Personen da sitze und mich unterhalte/rede, und während ich zuhöre kommt ein Urteil/Selbsturteil in mir auf wie zum Beispiel „Ich habe keine Ahnung – das weiß ich nicht – habe ich nicht gewusst“ und wenn ich genau hinsehe ist, ist die Angst/Unruhe/Unsicherheit bereits da, BEVOR ich mit einer Person rede/in eine Situation von Kommunikation gehe. Aus diesem SELBST-Urteil stammt dann mein Bedürfnis noch „etwas zu sagen“ denn ich fühle mich unterlegen/ausgeliefert/am verlieren und ich will irgendetwas tun um diesem Gefühl/Zustand zu entkommen. Ich sitze gespannt da, und warte nur darauf irgendwann irgendwas sagen zu können, was als richtig gesehen werden kann/muss und im Bestfall noch (scheinbare) Originalität, Intelligenz, Fähigkeit, Besonderheit herausstellt.



Ich sehe wie viel von meinen internen Konversationen, die ganzen Selbstgespräche/Backchats und Energien in mir die ich generiere wenn ich mit anderen in Konversationen und Kommunikationen bin, dahingehend ausgerichtet sind mich irgendwie abzuheben, besonders, anders zu machen/darzustellen – damit ich mich so in meinem Bewusstsein sehen/wahrnehmen kann. Einen Haufen Bullshit denke ich mir da aus und generiere ich nur um von anderen validiert/bestätigt zu werden.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe immer Recht haben zu wollen.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe zu denken und zu glauben, dass ich in der Tat immer Recht habe und im Recht bin und das meine Meinung die Richtige/die Beste ist während ich bereits anfange über andere zu urteilen und ihre Aussagen in meinem Bewusstsein anzuzweifeln und für ungültig zu erklären wenn ich sie nur sagen höre: „meiner Meinung nach“.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe in mir selbst sofort mit emotionalen Reaktionen von Verachtung/Ablehnung/Aburteilung und Überlegenheit/Selbstgerechtigkeit zu reagieren, wenn ich jemanden sagen höre „meiner Meinung nach“ und in Backchats zu gehen wie „Meinung, Meinung was soll dass schon sein, eine Meinung ist nichts Wert, was zählt sind Fakten – oh man die Person ist gehirngewaschen – Meinung, so ein Bullshit – mit der Person kann man ja nicht vernünftig reden können“ und so weiter – ohne zu sehen, erkennen und verstehen, dass ich gerade in diesem Moment der Situation und den Personen meine eigene Meinung überstülpe.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe von Selbstgerechtigkeit abhängig zu sein.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe von einem jungen Alter an einen Charakter und eine Abhängigkeit von Selbst-Gerechtigkeit zu entwickeln und von diesem abhängig zu werden um ein fiktives Selbst zu bestätigen.



Ich vergebe mir selbst, dass ich zugelassen und akzeptiert habe Energie daraus zu beziehen dagegen zu sein und dem Widerstand zu leisten, was andere sagen/reden/erzählen, worin ich mir vergebe dass ich zugelassen und akzeptiert habe aus dieser Opposition und dem Widerstand gegen die Worte heraus zu sprechen und „zu antworten“ - ohne zu sehen und zu erkennen dass dies keine echte Antwort sondern eine automatische Reaktion ist.



Also mit diesem Thema/Muster werde ich morgen weiter machen, da ich sehe erst jetzt sehe wie oft/viel ich daran teilnehme und dass noch einige Dimensionen ungeklärt sind.



Wenn ich sehe und erkenne dass ich Recht haben will, atme ich und stoppe mich, da ich sehe und erkenne dass dies voraussetzt dass ich auf einem Level denke/glaube im Unrecht zu sein und dass ich mich verteidigen oder absichern muss = das Gegenteil von wirklichem Selbst-Vertrauen und Selbst-Sicherheit.



Ich bestimme mich dazu Selbst-Sicherheit und Selbst-Vertrauen in jedem Moment der lebendigen Gegenwart hier in/als Atem im physischen Körper zu begründen.



Ich sehe und erkenne dass Selbstgerechtigkeit auf Wissen und Informationen basiert, auf polarisierter Energie in und als Bewusstseinssystem und egal wie viel oder wie oft ich behaupte das etwas davon real sei – wird diese Energie enden, spätestens im Tod, und damit jede Form von Selbstgerechtigkeit.



Ich sehe und erkenne das Selbstgerechtigkeit – zum Beispiel in Kommunikation/Konversationen mit anderen – reine Zeitverschwendung ist und daher bestimme ich mich dazu sofort und vorzeitig zu stoppen und auszusteigen wenn und sobald ich sehe dass ich in einem Charakter von Selbst-Gerechtigkeit teilnehme.



Ich bestimme mich selbst, zu und in der Einsicht dass mein wahrer Wert nicht im Wissen, den Informationen, Meinungen, oder energetischen Erfahrungen in meinem Bewusstsein liegt – daher habe ich nichts zu verlieren wenn ich es aufgebe und damit aufhöre immer recht haben und mich hervortun zu wollen.



Ich bestimme mich selbst, dazu mich in Selbstehrlichkeit zu konfrontieren, mir zu zeigen und mich zu stoppen wenn und sobald ich sehe dass ich mich „besonders hervortun“ will, denn ich sehe nun dass dies von einer tiefen Unsicherheit und akzeptierten Selbst-Zweifeln zeugt und tatsächlich nur zu weiteren Konsequenzen von Selbst-Zweifeln und Unsicherheit führt und diese akkumuliert – und dass ist nicht wer ich bin oder sein will – ich bringe mich hier her zurück in/mit meiner Atmung und genieße das Hiersein im Körper – ich entspanne mich, lasse los und nehme mich an, Hier in Einheit und Gleichwertigkeit mit allen/dem Moment.

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